1. Leitlinien
Stand: 11. 06.2026
Präambel
Flinta Flamingo möchte einen sicheren, respektvollen und inklusiven Raum öffnen, in dem queere FLINTA*-Personen (queere Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans* und agender Personen) willkommen sind. Diese Leitlinien dienen als Grundlage für ein respektvolles und achtsames Miteinander.
1. Grundwerte
Als Teilnehmende tragen wir durch die folgenden Punkte zu einem guten Miteinander bei:
- Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Menschen
- Achtsamkeit im Umgang miteinander
- Offenheit für unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen
- Kontinuierliches Lernen und selbstkritische Reflexion
2. Selbstbestimmung und Respekt der Identität
Die Zugehörigkeit zu FLINTA* ist selbstbestimmt. Alle, die sich dieser Gruppe zugehörig fühlen, sind willkommen. Niemand kann von außen beurteilen, ob eine Person zu FLINTA* gehört. Daher gilt:
- Wir respektieren die Selbstdefinition jeder Person und hinterfragen diese nicht.
- Wir vermeiden Annahmen aufgrund von Aussehen, Stimme, Kleidung oder Verhalten.
- Jede Person hat das Recht, ihre Identität frei zu leben, ohne Rechtfertigung oder Begründung gegenüber anderen.
Flinta Flamingo versteht sich als Raum für FLINTA*-Personen aller Geschlechter und nicht nur für "Menschen, die wir als Frauen lesen".
3. Diskriminierungssensibles Verhalten
Uns ist bewusst, dass Menschen aufgrund von Geschlechtsidentität, Herkunft, sozialer Stellung, Rassifizierung, sexueller und romantischer Orientierung, Körperform, Religion, Behinderung u.a. unterschiedliche Erfahrungen von Diskriminierung machen. Diese erkennen wir an und gehen achtsam damit um.
Diskriminierung hat bei Flinta Flamingo keinen Platz. Dazu zählen:
- Rassismus
- Diskriminierung aufgrund von Religion oder Weltanschauung
- Ableismus
- Sexismus
- Queerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Transmysogynie
- Klassismus
- Altersdiskriminierung
- körperbasierte Diskriminierung
- alle weiteren Formen von Diskriminierung
Wir erkennen an, dass Diskriminierung strukturell verankert ist und nicht immer bewusst geschieht. Deshalb ist es wichtig, dass wir:
- unser eigenes Verhalten reflektieren
- Kritik annehmen und darüber nachdenken
- Verantwortung für unser Handeln übernehmen
4. Sprache und Kommunikation
- Wir verwenden eine respektvolle, inklusive und diskriminierungssensible Sprache.
- Wir respektieren die Namen, Pronomen und Selbstbezeichnungen aller Personen.
- Abwertende, stereotype oder verletzende Aussagen werden nicht toleriert.
- Wir hören einander aktiv zu und lassen einander ausreden.
- Feedback wird wertschätzend und konstruktiv geäußert (Stichwort: gewaltfreie Kommunikation).
5. Grenzen und Konsens
- Die persönlichen Grenzen aller werden respektiert.
- Körperkontakt (z. B. Umarmungen, Partner*innen-Übung) erfolgt nur mit ausdrücklichem oder implizitem Einverständnis.
- Niemand wird zu persönlichen Offenbarungen gedrängt.
- „Nein“ wird immer akzeptiert.
6. Umgang mit Konflikten
- Konflikte werden ernst genommen und möglichst frühzeitig angesprochen.
- Betroffene Personen werden ernst genommen.
- Ziel ist es, Lösungen zu finden, welche die Sicherheit und Würde aller Beteiligten wahren.
7. Fehlerkultur
Fehler sind Teil von Lernprozessen. Wenn wir auf diskriminierendes Verhalten hingewiesen werden:
- hören wir zu
- nehmen wir die Perspektive ernst
- entschuldigen wir uns ohne Relativierung
- bemühen wir uns um Veränderung
Wiederholtes oder bewusst verletzendes Verhalten ist inakzeptabel und kann zum Ausschluss aus dem Chor führen.
8. Verbindlichkeit
- Diese Leitlinien gelten für alle Mitglieder sowie für externe Personen im Chor-Kontext.
- Verstöße können je nach Schwere Konsequenzen haben (z. B. Gespräch, Ausschluss).
- Hinweise und Verbesserungsvorschläge zu den Leitlinien werden gerne entgegen genommen.
Abschlusserklärung
Wir verstehen diese Leitlinien als lebendiges Dokument. Sie leben davon, dass wir sie gemeinsam tragen, reflektieren und weiterentwickeln. Unser Ziel ist ein Raum, in dem sich alle sicher, gesehen und respektiert fühlen.
2. Barrieren & Zugänglichkeit
Die folgenden Informationen geben Hinweise zu bestehenden Barrieren und zur Zugänglichkeit:
Hinweis zu physischen Barrieren:
Der Probenort verfügt über einen Aufzug und eine barrierefreie Toilette. Die U-Bahnstation Spittelmarkt verfügt ebenfalls über einen Aufzug. WIr bemühen uns, Auftrittsorte zu wählen, die barrierearm sind, können dies jedoch nicht immer garantieren, insbesondere, wenn wir für Auftritte eingeladen sind.
Sprachliche und auditive Barrieren:
Die Proben erfolgen in deutscher Lautsprache, ebenso findet die gesamte mündliche und schriftliche Kommunikation auf deutsch statt. Die Teilnahme von Menschen mit geringen Deutschkenntnissen ist dennoch möglich, da die Sprache nicht im Vordergrund der Proben steht. Übersetzungsmöglichkeiten werden jedoch nicht angeboten, auch keine leichte Sprache oder Gebärdensprache.
Kognitive Barrieren:
Das Probentempo wird an die Gruppe angepasst. Die Ansprache erfolgt so, dass sie auch für musikalische Laien nachvollziehbar ist. Nachfragen können jederzeit gestellt werden, und Inhalte werden bei Bedarf wiederholt. Ein individuelles Eingehen auf musikalische Fortschritte kann jedoch aufgrund der Gruppengröße nicht garantiert werden.
Barrieren für blinde und sehbehinderte Personen:
Die Chorarbeit basiert hauptsächlich auf Vor- und Nachsingen, wodurch eine Teilnahme von blinden oder sehbehinderten Personen gegebenenfalls möglich ist. Für alle Lieder stehen außerdem Übetracks zur Verfügung, sodass ein Lernen ohne Noten erfolgen kann. Eine Barriere stellt vermutlich das visuelle Dirigat der Chorleiterin dar. Da bisher keine Erfahrungen mit blinden Teilnehmenden im Chor vorliegen, können noch nicht alle möglichen Barrieren vorhergesehen werden. Nimm jedoch bei Interesse gerne Kontakt auf!
Licht- und Lärmbarrieren:
Bei Proben können bis zu 60 Personen anwesend sein, wodurch höhere Lautstärken entstehen können. Auf Bühnen oder bei Auftritten können durch Verstärkung des E-Pianos, Beatbox, Applaus etc. zusätzlich Licht- und Lautstärkeintensitäten auftreten, die für empfindliche Personen eine Herausforderung darstellen. Gegebenenfalls wird ein Rückzugsraum während der Proben angeboten, um kurze Pausen oder Entlastung von Lärm und Licht zu ermöglichen. Da der Probenraum aktuell noch nicht feststeht, werden weitere Informationen zur Gestaltung von Rückzugs- und Entlastungsmöglichkeiten erst in Kürze bereitgestellt.
Technische Barrieren:
Für die Kommunikation werden E-Mail und eine App verwendet, die sowohl auf dem Handy als auch auf dem Computer genutzt werden kann. Notenmaterial muss selbstständig heruntergeladen und ausgedruckt werden. Für Personen ohne Zugang zu digitalen Geräten oder mit eingeschränkter technischer Erfahrung kann dies eine Barriere darstellen.
Feedback & Unterstützung:
Hinweise, Fragen oder Rückmeldungen zu Barrieren können über das Kontaktformular eingereicht werden. Rückmeldungen tragen dazu bei, Barrieren zu erkennen und zu reduzieren. Vielen Dank für die Mithilfe!